Start › eSIM & SIM-Karten

Rufnummer portieren: Kosten, Fristen und der richtige Zeitpunkt

Lumvolt Redaktion · Oktober 2026 · 16 Minuten Lesezeit
Uebersicht ueber die Rufnummernmitnahme zwischen zwei Mobilfunkanbietern

Die eigene Handynummer hat sich ueber Jahre in Visitenkarten, bei Banken und in den Kontakten von Freunden festgesetzt. Wer den Anbieter wechseln will, muss deshalb nicht die Nummer aufgeben. Die Rufnummernmitnahme, auch Portierung genannt, ist in Deutschland ein gesetzlich verankerter Anspruch. Dieser Ratgeber erklaert, welche Kosten 2026 anfallen koennen, welche Fristen Sie beachten muessen und wie Sie den Zeitpunkt waehlen, damit kein Anruf verloren geht. Alle Betraege verstehen sich als Marktspannen ohne Gewaehr fuer Einzelaktionen.

Was die Rufnummernmitnahme bedeutet

Bei der Portierung wandert Ihre bisherige Rufnummer vom alten zum neuen Anbieter. Technisch meldet der neue Betreiber die Nummer beim zustaendigen Portierungszentrum an, der alte gibt sie frei, und das Netz bucht sie in die neue Infrastruktur um. Fuer Sie als Kunde bleibt alles beim Alten: Dieselbe Nummer, nur mit neuem Tarif und neuer SIM beziehungsweise eSIM. Das Verfahren ist seit Jahren etabliert und laeuft in der Regel vollautomatisch im Hintergrund ab, ohne dass Sie aktiv eingreifen muessen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Mitnahme und neuer Nummer. Wer eine frische Nummer akzeptiert, spart zwar die Portierungsgebuehr, verliert aber alle Kontakte, die nur diese eine Nummer kennen. Gerade bei jahrelang genutzten Anschluessen lohnt sich die Mitnahme fast immer, weil der Aufwand gering und die Kostenersparnis beim Neuausgeben der Nummer an Geschaeftspartner und Behoerden deutlich hoeher waere, als die einmalige Gebuehr kostet.

Die Mitnahme ist nicht auf Mobilfunk beschraenkt. Auch Festnetznummern lassen sich zu manchen Anbietern mitnehmen, sofern diese VoIP oder einen entsprechenden Dienst anbieten. Besonders bei Allnet-Flats, die Festnetz und Mobilfunk buendeln, ist die Mitnahme der gewohnten Nummer ein starkes Argument, den Anbieter nicht zu wechseln. Dennoch bleibt der Mobilfunk der haeufigste Anwendungsfall, den wir hier im Fokus betrachten und detailliert aufschluesseln.

Die Portierung ist gesetzlich garantiert. Ein Anbieter darf die Freigabe nicht verweigern, nur weil Sie noch in einem Vertrag stecken. Allerdings kann die Freigabe an die Begleichung offener Posten geknuepft sein, weshalb offene Rechnungen vorab beglichen gehoeren.

Gesetzlicher Anspruch und Voraussetzungen

Die Nummernmitnahme stuez sich auf die Portierungsverordnung. Sie besagt, dass jeder Kunde seine Rufnummer bei einem Wechsel mitnehmen darf, sofern er der rechtmaessige Inhaber ist. Das schuetzt Verbraucher davor, durch den Wechsel erpressbar zu werden. Voraussetzung ist eine gueltige Kuendigung beziehungsweise ein auslaufender Vertrag beim alten Anbieter, denn die Nummer kann nicht ewig parallel in zwei Vertraegen existieren, ohne dass einer davon beendet wird.

Sie benoetigen den sogenannten Portierungsauftrag, den der neue Anbieter bei der Bestellung oder kurz danach einholt. Dafuer braucht er Ihre bisherige Nummer, den bisherigen Anbieter und oft eine Kundennummer oder das Kuendigungsdatum. Je praeziser Sie diese Daten angeben, desto schneller klappt die Umschaltung. Falsche Angaben fuehren zu Verzoegerungen, in deren Zeit Ihre Nummer moeglicherweise gar nicht erreichbar waere, was vermieden gehoert.

Bei Vertraegen mit Mindestlaufzeit gilt: Sie duerfen die Nummer mitnehmen, muessen aber gegebenenfalls eine Vorfaelligkeitsentschaedigung fuer den vorzeitigen Ausstieg zahlen. Das ist von der Portierungsgebuehr zu trennen. Erst wenn der Vertrag regulaer endet, ist die Mitnahme ohne Sonderzahlung moeglich. Wer also kurz vor Ablauf kuendigt, spart die Entschaedigung und zahlt hoechstens die schlanke Portierungsgebuehr, die meist im einstelligen Eurobereich liegt.

  1. Kuendigung beim alten Anbieter zum korrekten Termin aussprechen
  2. Kundennummer und Rufnummer bereithalten
  3. Beim neuen Anbieter die Mitnahme explizit beauftragen
  4. Freigabecode oder Kuendigungsbestaetigung notfalls nachreichen
  5. Umschalttermin mit dem neuen Anbieter abstimmen

Kosten der Portierung 2026

Die Kosten fuer die Mitnahme sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Waerend frueher zweistellige Betraege ueblich waren, verlangen viele Anbieter heute gar nichts mehr oder nur eine kleine Gebuehr, um Neukunden zu gewinnen. Im Markt der Netzbetreiber und groesseren Diskonter bewegen sich die Spannen typischerweise zwischen null und zehn Euro, wobei viele Marken die Gebuehr bei Online-Buchung komplett erlassen, um den Wechsel attraktiv zu gestalten.

Beachten Sie den Unterschied zwischen der Portierungsgebuehr des neuen Anbieters und eventuellen Kosten beim alten Anbieter. Manche alte Vertraege sehen eine Gebuehr fuer die Freigabe vor, die jedoch rechtlich umstritten ist, sofern sie ueber die Kostendeckung hinausgeht. In der Praxis wird sie bei regularem Vertragsende meist nicht mehr berechnet. Fragen Sie aktiv nach, ob eine Freigabegebuehr anfaellt, um keine versteckte Nachricht auf der Abschlussrechnung zu erhalten, die ueberraschend kommt.

Zusaetzlich kann eine Versandgebuehr fuer die neue SIM oder eSIM anfallen, die nichts mit der Portierung zu tun hat, aber in derselben Rechnung auftaucht. Halten Sie diese Posten auseinander, wenn Sie Kosten vergleichen. Wer die Karte digital als eSIM buecher, spart oft den Versand und ist schnell aktiv. Die folgende Tabelle zeigt typische Spannen, die im Jahr 2026 ohne Gewaehr als Richtwerte gelten und je nach Aktion abweichen koennen.

AnbieterkategoriePortierung neuFreigabe altVersand SIM
Netzbetreiber (D1/D2/O2)0 bis 10 €meist 0 €0 bis 5 €
Grosse Diskonter0 bis 5 €meist 0 €0 bis 5 €
Prepaid-Marken0 bis 10 €0 €0 bis 3 €
Festnetz-VoIP0 bis 15 €variabelentfaellt

Fristen und der richtige Zeitpunkt

Der zeitliche Ablauf folgt klaren Regeln. Der alte Vertrag muss zumindest formell beendet sein, bevor die Nummer umzieht. Idealerweise kuendigen Sie zum Ende der Mindestlaufzeit, damit keine Entschaedigung anfaellt. Der eigentliche Umschalttermin liegt meist ein bis zwei Wochen nach Vertragsende, je nach Bearbeitungsgeschwindigkeit der Portierungsstellen beider Betreiber, die den Wechsel koordinieren muessen.

Ein haeufiger Fehler ist die zu spaete Kuendigung. Viele Vertraege verlaengern sich automatisch um weitere zwoelf Monate, wenn die Frist verstreicht. Wer erst nach der stillschweigenden Verlaengerung kuendigt, haengt wieder in einer Laufzeit und muss eine Vorfaelligkeitsentschaedigung zahlen, um vorzeitig mit der Nummer wechseln zu koennen. Eine fruehzeitige Erinnerung im Kalender schuetzt vor diesem teuren Irrtum, der sich leicht vermeiden laesst.

Der beste Zeitpunkt ist also: Kuendigung schreiben, sobald das Fenster offen ist, Mitnahme beim neuen Anbieter direkt bei der Bestellung beauftragen und den Umschalttermin auf einen Tag legen, an dem Sie Zeit fuer Eventualitaeten haben. Wochenenden und Feiertage meiden, weil die Portierungsstellen dann oft nicht besetzt sind und ein technischer Rueckfall erst am naechsten Werktag behoben wuerde, was die Erreichbarkeit beeintraechtigen koennte.

SchrittEmpfohlener ZeitpunktDauer bis Wirkung
Kuendigung altsobald Frist offenTage bis Wochen
Neubestellung mit Mitnahmegleichzeitigsofort buchbar
Umschaltterminnach Vertragsende1 bis 2 Wochen
Reserve-SIM testenvor Umschaltungsofort

Schritt fuer Schritt: So laeuft die Portierung ab

Zuerst kuendigen Sie beim alten Anbieter schriftlich zum passenden Termin. Dann bestellen Sie beim neuen Anbieter einen Tarif und waehlen bei der Frage nach der Rufnummer die Option Mitnahme beziehungsweise Portierung. Geben Sie die alte Nummer und die Kundennummer an. Der neue Anbieter holt die Freigabe automatisch ein, sobald Ihr alter Vertrag endet, und informiert Sie ueber den konkreten Umschalttermin, den Sie in der Regel bestaetigt bekommen.

Kurz vor dem Termin erhalten Sie die neue SIM oder eSIM. Diese koennen Sie schon vorab einrichten, sie wird aber erst zum Umschaltmoment aktiv. An diesem Tag sollten Sie die alte Karte im Geraet lassen, bis die neue Nummer sich registriert. Ein kurzer Moment der Nicht-Erreichbarkeit ist technisch moeglich, faellt aber meist in die Nachtstunden, wenn wenig Telefonverkehr herrscht und die Stoerung kaum auffaellt.

Nach der Umschaltung prufen

Testen Sie nach dem Wechsel, ob eingehende Anrufe auf der alten Nummer ankommen und ob ausgehende Verbindungen funktionieren. Senden Sie eine Test-SMS und rufen Sie sich selbst von einem Zweitgeraet an. Klappt alles, ist die Portierung erfolgreich. Faellt die Nummer sofort auf Besetzt oder ins Leere, kontaktieren Sie den neuen Support mit dem Portierungsauftrag, damit dieser den Status prueft und gegebenenfalls nachbessert, was in der Regel schnell geht.

Behalten Sie die alte SIM bis zur bestaetigten Umschaltung im Geraet. Erst wenn die neue Nummer aktiv ist, koennen Sie die alte Karte endgueltig entsorgen, um keine Luecke in der Erreichbarkeit zu riskieren.

Haeufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Der erste Fehler ist das vergessene Kuendigen. Manche Kunden nehmen an, die Mitnahme beende den alten Vertrag automatisch. Das stimmt nicht, der alte Vertrag liefe stillschweigend weiter, waerend man schon beim neuen zahlt. Im Ergebnis zahlt man doppelt. Kuendigen Sie also stets ausdruecklich und bewahren Sie den Nachweis auf, damit Sie im Streitfall die fuer das Ende massgebliche Erklaerung belegen koennen, was wichtig ist.

Der zweite Fehler sind falsche Stammdaten. Ein Tippfehler in der Rufnummer oder Kundennummer verzoegert die Freigabe um Tage. Pruefen Sie die Eingabe ganz genau, am besten per Kopie aus der alten Rechnung. Der dritte Fehler ist das Einrichten der neuen Karte erst am Umschaltag selbst, wenn etwas hakt und kein Support mehr schnell erreichbar ist. Bereiten Sie die Karte einen Tag vor, dann bleibt groezuegig Puffer fuer Probleme, die selten, aber moeglich sind.

Sonderfaelle: Festnetz, Geschaeft und Nebenstellen

Bei Festnetznummern ist die Mitnahme zu VoIP-Anbietern moeglich, sofern diese das unterstuetzen. Hier verlaengert sich die Frist oft, weil die Telekom oder der Kabelanbieter die Nummer in ein anderes System uebergeben muss. Rechnen Sie mit etwas mehr Vorlaufzeit als im Mobilfunk. Geschaeftskunden mit Anlagenanschluss muessen zusaetzlich die Nebenstellen und Durchwahlen mit dem neuen Anbieter abstimmen, was die Komplexitaet und damit die Dauer der Portierung spuerbar erhoeht.

Eine besondere Rolle spielen gebuehrenfreie Servicenummern und 0180er-Nummern, die meist nicht portierbar sind. Wer auf diese angewiesen ist, muss sie beim neuen Anbieter neu beantragen. Auch regionale Vorwahlen bleiben bei der Mitnahme erhalten, sofern der neue Anbieter im gleichen Ortsnetz ausliefert. Ein Wechsel der Vorwahl ist bei Mobifunk ohnehin irrelevant, da Handynummern ortsunabhaengig sind und bundesweit gelten, was den Wechsel vereinfacht.

Fuer Selbststaendige ist die mitgenommene Nummer oft geschaeftskritisch. Planen Sie hier groezuegig Puffer ein und testen Sie am Umschaltwochenende die Erreichbarkeit aus verschiedenen Netzen. Ein kurzer Ausfall waehrend der Geschaeftszeit koennte Auftraege kosten. Wer maximale Sicherheit will, behaelt einen Zweitanschluss als Reserve, bis die neue Verbindung mehrere Tage stabil lief und sich als verlaesslich erwiesen hat, was beruhigt.

SonderfallPortierbar?Besonderheit
Festnetz zu VoIPjalaengere Frist moeglich
Geschaefts-NebenstellenjaAbstimmung noetig
0180 / 0800 Nummernneinneu beantragen
Mobilfunk bundesweitjakeine Vorwahl-Grenze

Wann sich die Mitnahme wirklich lohnt

Die Mitnahme lohnt sich fast immer bei Nummern, die schon laenger im Einsatz sind und in vielen Kontakten gespeichert wurden. Der Aufwand von wenigen Minuten steht gegen den massiven Aufwand, Hunderte Kontakte ueber eine neue Nummer zu informieren. Bei ganz frischen Nummern, die kaum jemand kennt, koennen Sie auf die Mitnahme verzichten und eine neue Nummer akzeptieren, um die Gebuehr zu sparen, sofern diese anfaellt.

Rechnen Sie den Break-even: Kostet die Mitnahme zehn Euro und Sie sparen sich drei Stunden Arbeit plus das Risiko verlorener Kontakte, ist sie sinnvoll. Bei Geschaeftsnummern ist die Rechnung noch klarer, weil jede verpasste Erreichbarkeit potenziell Umsatz kostet. Nutzen Sie die Mitnahme also als strategisches Werkzeug, nicht nur als technische Formalie, sondern als Schutz Ihrer Erreichbarkeit, die langfristig wertvoll bleibt und Vertrauen sichert.

Zusammenfassend ist die Rufnummernmitnahme in Deutschland ein verlaessliches Verfahren mit klaren Regeln. Wer Fristen und Kosten im Blick behaelt, wechselt ohne Verlust der gewohnten Nummer und ohne teure Ueberraschungen. In Kombination mit einer eSIM ist der Wechsel heute schneller und sauberer als noch vor wenigen Jahren, weil der Versandweg entfaellt und die Aktivierung digital in wenigen Minuten gelingt, was den Prozess weiter vereinfacht.

Setzen Sie sich eine Erinnerung fuer die Kuendigungsfrist des alten Vertrags. Nur wer rechtzeitig kuendigt, vermeidet die automatische Verlaengerung und die damit verbundene Vorfaelligkeitsentschaedigung beim vorzeitigen Ausstieg.

Haeufige Fragen

Ist die Rufnummernmitnahme gesetzlich garantiert?

Ja. Die Portierungsverordnung sichert jedem Kunden das Recht, die Nummer bei einem Anbieterwechsel mitzunehmen. Ein Anbieter darf die Freigabe nicht verweigern, sofern Sie der rechtmaessige Inhaber sind und offene Posten beglichen haben, was die Grundlage bildet.

Was kostet die Portierung 2026 etwa?

Die Spannen bewegen sich typischerweise zwischen 0 und 10 Euro, viele Anbieter verzichten bei Online-Buchung ganz auf die Gebuehr. Beim alten Vertrag faellt meist keine Freigabegebuehr mehr an, sofern er regulaer endet und nicht vorzeitig beendet wird.

Wann sollte ich kuendigen, um optimal zu wechseln?

Kuendigen Sie zum Ende der Mindestlaufzeit, sobald das Fenster offen ist. So vermeiden Sie eine automatische Verlaengerung und eine Vorfaelligkeitsentschaedigung. Den Umschalttermin legen Sie ein bis zwei Wochen nach Vertragsende, am besten an einem Werktag.

Was passiert, wenn ich die alte SIM zu frueh entsorge?

Sie riskieren eine Luecke in der Erreichbarkeit, falls die neue Karte am Umschaltag noch nicht aktiv ist. Behalten Sie die alte SIM im Geraet, bis die neue Nummer sich zuverlaessig registriert und Anrufe ankommen, dann erst entsorgen.

Kann ich meine Festnetznummer mitnehmen?

Ja, zu VoIP-Anbietern ist die Mitnahme moeglich, sofern diese sie unterstuetzen. Rechnen Sie hier mit etwas laengeren Fristen als im Mobilfunk, weil die Uebergabe in ein anderes System komplexer ist und mehr Vorlaufzeit erfordert, als man auf den ersten Blick erwarten wuerde.

← Zurueck zur Startseite